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Als Barry Jordan 1994 Domorganist wurde und die Orgelmusik am Dom wieder etwas mehr ins Mittelfeld rückte, schien es absolut zweifellos, daß eine neue Orgel auf der Westempore nicht nur wünschenswert, sondern absolut notwendig ist. Schließlich ist der Dom nicht nur eine Kirche für eine kleine aber lebendige Gemeinde, sondern auch die größte Tourismusattraktion der Stadt und ein wichtiges Kulturzentrum. Es wurde bald klar, daß die kleine und arme Gemeinde bei den finanziellen Dimensionen des Neubau-Projektes völlig überfordert sein würde.
Aus diesen Gründen gründeten einige Verbündete zum Zweck der Förderung des Neubaus unter dem Namen "Aktion neue Domorgeln Magdeburg" einen eingetragenen Verein. Nach Überwindung einiger bürokratischen Hürden gelang es schließlich 1998, die Steuerbegünstigung zu erlangen und die Arbeit richtig aufzunehmen. Das Vereinslogo zeigt die Domtürme und einen stilisierten Hahn, der die Tradition großer Orgeln seit Compenius symbolisiert.
Der Plural "Domorgeln" wurde bewusst gewählt, weil es ausser Frage zu stehen schien, daß auch der Remter eines Tages ein neues Instrument bekommen müsste.
Der Plan sah eine große sinfonische Orgel für den Dom vor. Das Instrument sollte dennoch nicht ausschliesslich dem französischen Stil verpflichtet sein, sondern für Einflüsse aus anderen romantischen Orgelbautraditionen offen sein.
Dank großzügiger Unterstützung aus der öffentlichen Hand, vor allem die Übernahme der Hälfte der vorgesehenen Gesamtsumme von damals 3,8 Millionen DM durch das Europäischen Union im Rahmen einer Maßnahme des Europäischen Fonds für regionalen Entwicklung, einer sehr großzügige Zuwendung von Lotto-Toto und einer von der Stadt Magdeburg sowie dem großen Einsatz der Volksbank Magdeburg, konnte 2002 eine Ausschreibung des Projektes durchgeführt und einen Auftrag vergeben werden. 2003 wurde Vertrag mit der Firma Alexander Schuke Orgelbau Potsdam (jetzt Werder an der Havel) unterschrieben.
Die Sachverständigenrunde, bestehend aus: Prof. Dr. Reinhardt Menger, Frankfurt am Main; Prof. Reiner Schuhenn, Köln; Domorganist Silvius von Kessel, Erfurt, Orgel- und Glockensachverständiger der Kirchenprovinz Sachsen Christoph Schulz und Magdeburger Domorganist Barry Jordan, entwarfen eine Disposition, die realisiert wurde. Sie finden sie hier. Als am 3. Oktober 2003 der zentrale Gottesdienst zur Feier der deutschen Einheit in Anwesenheit vom Bundespräsident, -kanzler und vieler Mitglieder des Bundestages im ARD aus dem Dom ausgestrahlt wurde, hing eine 1:1 Abbildung des Prospektentwurfes vom Architekten Tibor Kiss an der Westempore. Er wirkte im schlichten Dom imposant aber nicht erdrückend, und fand im Allgemeinen Zustimmung.
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Die Orgel ist nun, im März 2008, bis auf 2 Register und einigen technischen Sachen, fertig. Sie klingt im großen Kirchenraum entspannt, raumfüllend, aber nie brüllend. Sie ist muskulös aber nicht protzig; dank großzügiger Mensuren und Winddrücke kann sie ihre Kraft ohne Mühe entfalten. Es ist den Orgelbauern und vor allen den Intonateuren unter der Leitung von Hartmut Rönnecke gelungen, disparate Einflüsse zu bündeln und zu einer sehr persönlichen Stimme zu gelangen. Sie wird am 18. Mai 2008 eingeweiht.
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